Termin
Shalosh kommen aus Israel und spielen Musik, die klingt, als würden sich ein Radiohead-Album, ein klassisches Klavierstudium und ein langer nächtlicher Autobahntrip auf einen Drink treffen.
Gadi Stern am Piano, David Michaeli am Bass und Matan Assayag am Schlagzeug bauen ihre musikalischen Räume gerne komplett um. Erst fast zärtlich: einzelne Töne, Melodien, irgendwo zwischen Sehnsucht und Soundtrack. Und dann plötzlich: Druck. Groove. Eskalation. Verstärker: aufgedreht.
Man ahnt es schon: Shalosh interessieren sich nicht besonders für Genre-Grenzen oder Dogmen. In ihrer Musik tauchen Rock, Klassik, elektronische Sounds und Pop ganz selbstverständlich nebeneinander auf. Alles wirkt unmittelbar, körperlich, live gedacht. Deshalb funktionieren ihre Cover-Versionen so gut: Sie spielen Songs nicht nach, sie fummeln sie auseinander und setzen alles neu zusammen.
Ihr aktuelles, sechstes Album »What We Are Made Of« zeigt genau das: radikal neu gedachte Popsongs – darunter »Don’t Look Back in Anger« von Oasis, »Torn« von Natalie Imbruglia oder sogar »Barbie Girl«. Der Titel soll auf ihre gemeinsame musikalische Identität verweisen, auf alles, was sie geprägt hat: Tourneen, Inspirationen und das große, gewachsene Vertrauen zueinander. Schlagzeuger Matan beschreibt die Band als »geschützten Raum«, in dem alles möglich, alles erlaubt ist. Was einen vielleicht daran erinnern könnte, dass Jazz manchmal besonders spannend ist, wenn er kurz vergessen hat, dass er Jazz ist.