Zwei Wochen, ein Fluss, unzählige Sounds
Die Kulturinsel Wöhrmühle bringt Jazz, Klassik, Rock und Indie auf eine gemeinsame Bühne unter freiem Himmel
veröffentlicht am 04.07.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Andreas Bär
Es war ein Start mit zahlreichen Tücken, doch das Festival auf der Kulturinsel Wöhrmühle hat sich davon nicht aus der Bahn werfen lassen. Ganz im Gegenteil: Zwischen 13. und 26. Juli geht es einmal mehr rund dort und das Erlanger E-Werk mit seiner Event & Service GmbH verwöhnt das Publikum mit zahlreichen Leckerbissen. Dabei sollte alles rundlaufen. Was bei dem Festival in den Anfangsjahren alles andere als selbstverständlich war. Corona machte den ersten kleinen Strich durch die Rechnung, ein Mini-Pop-up-Festival rettete die brillante Idee und sorgte für erste Hoffnung auf eine starke neue Festivalreihe. Als die Pandemie vorbei war, schlug eine Überschwemmung gnadenlos zu und zwang die Veranstaltenden zu einem Spontanumzug ins Erlanger Westbad. Das alles ist lange her, zuletzt lief alles reibungslos: Die Grundvoraussetzungen für eine Festival-Reihe mit hochkarätigen Acts und zahlreichen hochmotivierten Menschen sind nahezu perfekt. Fehlt eigentlich nur noch Wettergott Petrus und sein Einsehen.
Jazz und Klassik am Fluss eröffnet das festival
Einmal mehr macht den Startschuss auf der Wöhrmühle „Jazz und Klassik am Fluss“. Kurzfristig hat der Erlanger gVe die Organisation übernommen – und so können auch 2026 wieder zwei herrliche Sommerabende mit Jazz und Klassik am Fluss genossen werden, bevor es mit dem Programm der Stadtwerke (Benefizkonzert), von Argo Konzerte, von Motion und des E-Werks weitergeht. Es verspricht, ein absolutes Highlight mit unzähligen grandiosen Gigs und spannenden Abenden zu werden.
Der Klassik-Abend am 13. Juli steht ganz im Zeichen des Akkordeons, Instrument des Jahres 2026. Martynas Levickis interpretiert Piazzolla und Paganini. Natürlich auf seine ganz eigene Art. Begleitet wird er vom Münchner Kammerorchester, das den Abend mit Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ eröffnet und nach der Pause zusätzlich Mendelssohn Bartholdys 4. Sinfonie zum Besten geben wird.
Tags darauf wird es jazzig: Candy Dufler gibt sich die Ehre. Sie, für ihr Debütalbum „Saxuality“ Grammy-prämiert, und ihr Saxophon versprechen ein absolutes Highlight. An der Seite des französischen Jazz-Gitarristen Bireli Lagrene, Torsten Goods mit seiner erstklassigen Band sowie als Gast dem ungarischen Saxofonisten Tony Lakatos wird sie, die einst mit Prince, Aretha Franklin und Pink Floyd zusammen musizierte, die Messlatte sehr, sehr hoch legen.
Mit starken Acts geht es weiter durch den Festivalsommer
Schlag auf Schlag geht es weiter mit starken Acts, die genreübergreifend kurzweilige Abende versprechen. Den Beginn macht am 15. Juli ein Benefiz-Open-Air, veranstaltet vom ESTW. Unter dem Titel „Thinking Out Loud“ wird zu einer Tribute-Show des Singer-Songwriters Ed Sheeran geladen. Fünf Euro des Eintritts gehen an die Erlanger Arbeiterwohlfahrt für lokale Projekte. Am 25. Juli stehen La Brass Banda auf der Wöhrmühle-Bühne. Stefan Dettl und Co. sind berühmt-berüchtigt für legendäre Abende – der Ausgang ist dabei zumeist völlig offen.
In einem ganz anderen Segment tummelt sich mit Argo Konzerte ein Premiumveranstalter: Am 24. Juli kommt die Kult-Band Eisbrecher nach Erlangen. Eigentlich können wir es diesmal kurz machen. „Das ist die Platte, die ich immer machen wollte“, knallt Alex Wesselsky trocken raus. Was soll man da jetzt noch groß ergänzen? Außer vielleicht: „Kaltfront°!“ ist die Essenz von Eisbrecher, ein lupenreines Destillat, das am Ende einer langen Reise durch die Dunkelheit steht. Die Trennung vom langjährigen Mitstreiter und Produzenten Noel Pix, eine kritische OP inklusive langem Krankenhausaufenthalt und damit verbundenen Konzertabsagen – eine kritische Phase für Alex Wesselsky und seinen Eisbrecher. Da Aufgeben keine Option ist, hielt man dennoch Kurs und es wurden – allen Widrigkeiten, Gegenwind und Untiefen zum Trotz – wieder ruhigere Gewässer erreicht.
Drei Highlights, doch zahlreiche andere stehen ebenfalls noch auf der Agenda. Angefangen am 17. Juli, wenn Christian Steiffen die Insel entert. Tags darauf gibt sich mit Berq einer der Senkrechtstarter des Vorjahres die Ehre. Am 19. Juli wird es einmal mehr kultig: Von Wegen Lisbeth sind wieder einmal da. Schlag auf Schlag geht es weiter, am 20. Juli gilt es, The Wombats zu lauschen. Die Liverpooler Indie-Rocker verzücken die Fans seit inzwischen über 20 Jahren. Womit? Mit Recht! Am 23. Juli steht noch einer auf der Bühne, der die Lachmuskeln und Gehörgänge gleichzeitig verzückt: Seit Rian 2023 seinen Durchbruch verzeichnete, ist der Österreicher aus den Radiostationen der Republik nicht mehr wegzudenken. Auch bei Puls nicht: Der Trendsetter der Jugend darf das Finale auf der Kulturinsel bestreiten. Am 26. Juli heißt es dann zum Abschluss des Festivals: PULS MUSIKANALYSE BLOCKPARTY: SOULY & MOTHFEST PREPARTY – Abriss garantiert!
Weitere Einblicke in das Programm sowie Infos zum Festival findet man unter www.e-werk.de und www.jazz-und-klassik-am-fluss.de.