Natur! Von Baselitz bis Rainer, von Klos bis Pozzi
Das Grafikmuseum Stiftung Schreiner in Bad Steben zeigt fünfzig Jahre Landschaft zwischen Malerei und Fotogramm
veröffentlicht am 23.08.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer
Die Natur als Ursprung und stetiger Bezugspunkt allen Lebens, ihre Schönheit oft leise, erst allmählich sich offenbarend: Diesem Grundgedanken widmet sich die neue Schau des Grafikmuseums Stiftung Schreiner. Unter dem Titel „Natur!“ versammelt das Haus in Bad Steben noch bis zum 25. Oktober Werke aus fünf Jahrzehnten – Malerei, Grafik, Collage und Fotografie beziehungsweise Fotogramm, entstanden zwischen etwa 1975 und 2025. Das klassische Motiv „Landschaft“ dominiert dabei, changiert aber zwischen Mikro- und Makrokosmos, zwischen naturgetreuer Beobachtung und radikaler Abstraktion.
Die Liste der vertretenen Künstler liest sich wie ein Streifzug durch die jüngere Kunstgeschichte: John Baldessari, Georg Baselitz, Günter Brus, Günther Förg, Jayhyung Kim, Per Kirkeby, Uwe Klos, Jorge Pardo, Carolina Pozzi, Arnulf Rainer und Manuel Rumpf. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Mit Baselitz und Rainer sind zwei prägende Positionen erst jüngst verstorben, ihre Werke erhalten so unweigerlich den Charakter eines Vermächtnisses – neben jüngeren Positionen wie Kim, Pozzi oder Rumpf, die das Motiv Landschaft in die Gegenwart weiterschreiben.
Die hochkarätigen Leihgaben stammen vom Kooperationspartner Knust Kunz Gallery Editions München sowie von den beteiligten Künstlern selbst. Zu sehen sind etwa Jayhyung Kims Ölgemälde „The tree in the deep forest“ (2025), Arnulf Rainers Heliogravüre „Himmelsrötung“ (2000) sowie Uwe Klos' Fotogramm „Zaunrübe“ (2016) – ein Spannungsbogen von malerischer Fülle bis zu grafischer Reduktion. Konzipiert wurde die Schau von Sigrun C. M. Leyerseder (Kunstprojekte Leyerseder, Hauzenberg) mit Dr. Tobias Ertel.
Weitere Informationen zur Ausstellung findet man unter www.grafikmuseum-schreiner.de.