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Ans Licht geholt

Nürnberger Sonderausstellung erkundet die Geschichte und Gegenwart des Tunnelbaus

veröffentlicht am 11.09.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Ein ICE 4 fährt durch den Tunnel

Ein ICE 4 fährt durch den Tunnel, Foto © DB AG, Wolfgang Klee

Tunnel sind die stillen Diener der Eisenbahn. Anders als Brücken, die sich selbstbewusst in die Landschaft stellen, wirken sie erst im Verborgenen – und werden gerade deshalb leicht übersehen. Das DB Museum in Nürnberg widmet sich nun genau dieser Unsichtbarkeit: Ab Juli zeigt die interaktive Sonderausstellung „Tunnel“ im Stammhaus, wie aus dunklen Röhren Wege durch scheinbar unüberwindliche Hindernisse wurden.

Auf 500 Quadratmetern versammeln rund 70 Objekte und 100 Fotografien eine Geschichte, die im 19. Jahrhundert beginnt. Mit der Ausbreitung der Eisenbahn wurde das Bauen unter der Erde zu einer eigenen Disziplin – die Bahn avancierte zur Pionierin des Tunnelbaus. Was damals als technisches Wagnis begann, ist heute selbstverständlicher Bestandteil der Infrastruktur: Bergmassive, Millionenstädte, sogar Meerengen werden mittlerweile unterquert, als seien es kleinere Erhebungen.

Die Schau verspricht mehr als eine chronologische Aufzählung von Bauwerken. Sie will erklären, was diese unterirdischen Bauten heute bedeuten – jenseits ihrer rein technischen Funktion. Zwischen historischen Rückblicken und aktuellen Megaprojekten entsteht so ein Bild davon, wie sehr Mobilität von unsichtbarer Infrastruktur abhängt, die kaum jemand wahrnimmt, solange sie funktioniert.

Für jüngere Besucherinnen und Besucher hat das Museum eine eigene Erzählspur entwickelt: Die Zwerge Theo, Tina und Toby Tunnler führen Kinder ab Lesealter spielerisch durch Themen wie Tunnelbohrmaschinen oder den sogenannten Tunnelknall. Ob diese Vermittlungsebene der analytischen Tiefe der Ausstellung gerecht wird oder eher als familienfreundliches Beiwerk fungiert, wird sich erst vor Ort zeigen. Der Ansatz, ein technikgeschichtliches Thema für ein breites Publikum zu öffnen, ist jedenfalls konsequent – und passt zu einem Museum, das Eisenbahngeschichte nicht nur bewahren, sondern erzählen will.

Weitere Informationen zur Ausstellung findet man unter www.dbmuseum.de.

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