Ausstellungen

Drei neue Stimmen im Künstlerbund

„Die Neuen 2026": Hesselmann, Popp und Romann zeigen ihre Werke

veröffentlicht am 14.08.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Die Collage-Künstlerin Walli Popp

Die Collage-Künstlerin Walli Popp, Foto © Walli PoppPortrait

Die Ausstellung „Die Neuen“ in der Städtischen Galerie Schwabach versammelt vom 26. September bis zum 1. November 2026 drei Künstlerinnen, die im Frühjahr in den Künstlerbund Schwabach aufgenommen wurden – ein Verfahren, das traditionell an das Votum der aktiven Mitglieder gebunden ist und damit weniger formale Hürde als Qualitätssiegel sein will. Mit der Schau stellen sich die drei nun erstmals der Öffentlichkeit und zugleich ihren neuen Kolleginnen und Kollegen vor.

Evelyn Hesselmann aus Nürnberg widmet sich in Malerei und Keramik den Urelementen Erde, Wasser, Feuer und Luft. Mit Ton, Acryl, Steinmehlen und Asche erarbeitet sie Oberflächen, die weniger abbilden als spüren lassen wollen – eine Haltung, die zwischen archaischer Materialverliebtheit und zeitgenössischer Experimentierfreude changiert. National wie international ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet, bringt sie belastbare Erfahrung in den Künstlerbund ein.

Die Schwabacherin Brigitte Romann setzt auf Rhythmus, Muster und Ornament als gestalterische Prinzipien. Ihre Bildsprache entsteht im Prozess selbst, entwickelt sich experimentell weiter und lebt von der Lust am Unkonventionellen im Umgang mit Farbe, Form und Material – eine Position, die klassische Ornamentik zeitgenössisch befragt.

Ganz anders Walli Popp aus Puschendorf: Ihre Collage-Kleider montieren disparate Materialien zu neuen Erzähleinheiten. Erinnerung wird hier nicht illustriert, sondern strukturell verhandelt – als Prozess von Auflösung und Verbindung, von Verlust und Heilung. Dass die Künstlerin zugleich die Spannung zwischen Gemeinschaft und Isolation thematisiert, verleiht ihren Arbeiten eine über das Persönliche hinausweisende, fast soziologische Dimension.

Drei unterschiedliche künstlerische Zugänge treffen so aufeinander, verbunden vor allem durch die gemeinsame Aufnahme in den Künstlerbund. Genau darin liegt der Reiz der Schau: Sie folgt keiner kuratierten These, sondern zeigt die Bandbreite dessen, was der Künstlerbund heute unter künstlerischer Qualität versteht.

Weitere Informationen zur Ausstellung findet man unter www.kuenstlerbund-schwabach.de.

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