Weimars Schloss erzählt wieder
Zwei neue Dauerausstellungen öffnen das Weimarer Residenzschloss
veröffentlicht am 28.09.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer
Zauberhafte Treppe zu Büroräumen im Westflügel, Foto © Klassik Stiftung Weimar, Foto: Gordon Welters
Acht Jahre waren seine Türen geschlossen, nun kehrt das Weimarer Residenzschloss ins kulturelle Leben der Stadt zurück. Am 2. Oktober öffnet zunächst ein erster Teil des ältesten Gebäudes der Klassik Stiftung Weimar wieder. Zwei neue Dauerausstellungen erzählen von der wechselvollen Geschichte des Schlosses – und davon, warum ohne die Residenz wohl auch die Weimarer Klassik nicht entstanden wäre.
Die „Schlossgeschichte“ führt weit zurück. Mittelalterliche Fundamente treffen auf die Renaissance, als Lucas Cranach d. Ä. hier seine Malerstube betrieb, auf barocke Fassaden und klassizistische Raumgestaltungen. Auch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts haben Spuren hinterlassen. Rund um das neu gestaltete Foyer lässt sich diese Bau- und Nutzungsgeschichte sogar ohne Ticket erkunden. Archäologische Funde, Einblicke ins höfische Leben, ein Luftschutzbunker und ein mehrteiliges Schlossmodell machen die verschiedenen Zeitschichten sichtbar.
Die zweite Dauerausstellung richtet den Blick auf die „Weimarer Klassik“. In der Beletage, den einstigen Wohn- und Repräsentationsräumen der Herzöge, wird deutlich, welche Rolle der Hof für jene Epoche spielte, die Weimars Bild bis heute bestimmt. Goethe, Schiller, Herder und Wieland konnten nicht zuletzt deshalb wirken, weil die Residenz ihre Arbeit förderte.
Doch die Ausstellung belässt es nicht beim Glanz der großen Namen. Sie verfolgt durch das lange 19. Jahrhundert, wie aus der Klassik ein kulturelles Erbe wurde, wie Denkmäler Erinnerung formten und wie dieses Erbe politisch gedeutet und genutzt wurde. Auch die Brüche bis zur Katastrophe des Ersten Weltkriegs gehören zu dieser Geschichte.
Die beiden Dauerausstellungen sind im neu eröffneten Stadtschloss zu sehen. Weitere Informationen unter www.klassik-stiftung.de/stadtschloss-weimar.