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„Michael Triegel. Jenseits des Sichtbaren“

Die Kunsthalle Schweinfurt zeigt Werke von Michael Triegel

veröffentlicht am 14.08.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min.

Michael Triegel: Ostertraum, 2008, Mischtechnik auf MDF, 66,5 x 80 cm, G 275, Courtesy Museum am Dom, Würzburg

Michael Triegel: Ostertraum, 2008, Mischtechnik auf MDF, 66,5 x 80 cm, G 275, Courtesy Museum am Dom, Würzburg, Foto © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Michael Triegel zählt zu den bedeutendsten und zugleich faszinierendsten deutschen Künstlern der Gegenwart. In Kooperation mit der Galerie Schwind Leipzig und dank der Unterstützung zahlreicher privater Leihgeber aus ganz Deutschland sowie des Künstlers selbst präsentiert die Kunsthalle Schweinfurt vom 6. September 2026 bis zum 17. Januar 2027 eine umfassende Werkschau seines Œuvres.

Ausgehend von der Formenwelt der italienischen Renaissance und des Barock entwickelt Triegel in altmeisterlicher Maltradition eigenständige Bildräume. Seine zeitgenössisch-symbolische Bildsprache führt Motive der biblischen Heilsgeschichte, der antiken Mythologie und der Gegenwart in überraschenden Konstellationen zusammen. Das Ergebnis sind vielschichtige Gemälde, die gleichermaßen traditionsbewusst wie irritierend gegenwärtig wirken. Inhaltlich bewegt sich sein Werk im Spannungsfeld von Glaube und Zweifel. Triegel, der zum Katholizismus konvertierte, greift christliche Bildtraditionen auf, um sie kritisch zu hinterfragen und existenzielle Fragen nach Sinn, Erlösung und menschlicher Identität zu stellen. Seine Figuren wirken dabei häufig entrückt oder in einem Zustand innerer Prüfung gefangen.

Die Schweinfurter Ausstellung spannt einen Bogen von frühen Arbeiten der 1990er-Jahre bis hin zu aktuellen Werken aus dem Jahr 2025. Gezeigt werden Altarbilder, Porträts, Stillleben, Vorstudien, Gemälde und grafische Arbeiten, die die große Bandbreite seines Schaffens eindrucksvoll veranschaulichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Werken, die in jüngerer Vergangenheit im Zentrum öffentlicher Debatten standen. Dazu gehört der für den Westchor des Naumburger Doms gestaltete Marien-Altar, dessen Platzierung im UNESCO-Welterbe kontroverse Diskussionen über den Umgang mit historischer Raumkunst auslöste. Während sich der Altar selbst derzeit in Rom befindet, sind in der Kunsthalle Schweinfurt die dazugehörigen Entwürfe und vorbereitenden Arbeiten zu sehen. Auch Triegels berühmtes Porträt von Papst Benedikt XVI. ist samt einer Vorstudie in der Schau vertreten.

Mit seinen sakral geprägten Arbeiten hat der Künstler zudem die fränkische Kunstlandschaft nachhaltig beeinflusst. Insbesondere die Diözese Würzburg verfügt über eine bemerkenswert hohe Anzahl seiner Werke. Zu den herausragenden Beispielen in der Region gehören der Flügelaltar in Dettelbach, die Altäre für Baunach und Ebern sowie das Tafelbild in Wiesentheid. Die Vernissage der Ausstellung findet am Samstag, dem 5. September 2026 um 19 Uhr bei freiem Eintritt und in Anwesenheit des Künstlers statt. Ein begleitender Katalog sowie ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Filmvorführungen, Kuratorenführungen und museumspädagogischen Angeboten runden das Kunsterlebnis ab.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kunsthalle-schweinfurt.de.

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