Vorhang auf!

50 Jahre Theater, sechs Jahre Konzertreihe

Gunzenhausen feiert seine Kulturszene mit Klassik, Rock, Komödie und Theater für alle Generationen

veröffentlicht am 07.10.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Barbara Pittner

Das satirische Theaterstück „PUTSCH - Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“

Das satirische Theaterstück „PUTSCH - Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“, Foto © Schertl

Gunzenhausen hat allen Grund zum Feiern. Zum einen 50 Jahre Theater-Spielzeit; zum anderen die sechste Saison der Gunzenhäuser Konzertreihe. Und damit feiert die „Kulturhauptstadt des Fränkischen Seelandes“ auch ein bisschen sich selbst.

Klassische Konzerte im Abo

Mit Wolfgang Amadeus Mozart und Antonín Dvořák eröffnet das mehrfach ausgezeichnete Bläserquintett Moraguès am 11. Oktober die Saison der Gunzenhäuser Konzertreihe. Lionel Martin, Violoncello, und sein Bruder Demian Martin, Klavier, bringen am 15. November Kompositionen von Robert Schumann, Franz Schubert und Sergei Rachmaninow auf die Bühne. Die Brüder gastierten bereits beim Beethovenfest Bonn, beim Lucerne Festival und dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Nicht weniger prominent ist das Ensemble Elbtonal Percussion, das am 24. Januar in Gunzenhausen sein Programm „30 Jahre Elbtonal Percussion – von Bach bis Rachmaninow“ präsentiert. Ein „kreatives Crossover“, wie die vier Schlagwerker aus Hamburg sagen, aus Jazz, Klassik und Weltmusik. Rein klassisch geht es am 14. März mit dem Klaviertrio Barvinsky weiter. Andriy Dragan (Klavier), Vasyl Zatsikha (Violine) und Alessio Pianelli (Violoncello), spielen Werke von Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy. Den Abschluss der Konzertreihe bildet am 18. April das dogma chamber orchestra. Unter der Leitung seines Gründers Mikhail Gurewitsch interpretiert das Ensemble Musik von Barock bis hin zur modernen klassischen Musik.

Spielort aller Konzerte ist die Stadthalle in Gunzenhausen. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

50 Jahre Theater – Programm für alle Generationen

Die Spielzeit der 50. Theatersaison startet mit Tom Gerhardt, alias Hausmeister Krause, am 17. Oktober 2026. In seinem Programm „Hausmeister Krause – Du lebst nur zweimal“ sind Ärger mit seiner Frau Lisbeth oder den Mitgliedern des Teckel-Vereins, dessen Präsidentschaft er anstrebt, vorprogrammiert.

In Erinnerung an den gleichnamigen Film lässt das Ensemble des Altonaer Theaters den „Club der toten Dichter“ am 13. Dezember aufleben. Hier in einer Bühnenfassung von Tom Schulman.

„Hamlet“ rockt

Wie sich die klassischen Shakespeare-Texte mit zeitgenössischer Rockmusik vertragen, zeigt das Rockmusical „Hamlet“, das am 20. März 2027 Station in Gunzenhausen macht. 15 Schauspielende, Tänzer:innen sowie Sängerinnen und Sänger werden von einer sechsköpfigen Live-Rockband begleitet. Das Ensemble der Opernwerkstatt am Rhein e.V. erzählt mit schillernden Kostümen, modernem Bühnendekor und Hits aus 30 Jahren Rock- und Popgeschichte die tragische Geschichte des dänischen Königssohns Hamlet.

Wie lässt sich eine Demokratie zerstören? Eine Anleitung dazu gibt das satirische Theaterstück „Putsch – Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“ von Alistair Beaton und Dietmar Jacobs. Das Ensemble des Wolfgang Borchert Theaters Münster führt am 25. April 2027 vor Augen, dass es in einer Welt, in der Politik vom Entertainment geprägt ist, keines Militärputsches bedarf, um eine Demokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern.

Was ist sprachlich korrekt? Muss auch im Trauerfall gegendert werden? Mit ins Abstruse gehenden Diskussionen um Genderthematik, Sexismus und politisch korrektes Verhalten hält die Komödie „Kalter weißer Mann“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob der Gesellschaft den Spiegel vor. Und so wird aus einem Todesfall und einer vermeintlich gut gemeinten Trauerschleife an einem Trauerkranz ein Kampf der Gegensätze.

Das „Besondere Gastspiel“

Wienerisch zeigt sich Peter Grimberg, wenn er zu der Hommage „Servus, Peter! – 100 Jahre Peter Alexander“ am 18. Oktober einlädt. Der Sänger und Entertainer Grimberg ist großer Fan des verstorbenen österreichischen Sängers und Schauspielers und würdigt dessen 100. Geburtstag mit einer Show, in der auch Weggefährten von Peter Alexander zu Wort kommen.

Zu den „besonderen“ Gastspielen zählt auch „Der Hosenkavalier“ mit dem Chiemgauer Volkstheater. Das Ensemble macht sich am 6. März 2027 auf die Suche nach einem unbekannten „Hosenkavalier“ und niemand weiß, ob es ernst ist oder ob ein Witzbold hinter den Ereignissen steckt.

Weihnachten mit Pettersson und eine Reise nach Panama

In der Vorweihnachtszeit am 14. Dezember 2026 erzählt das Ensemble des Münchner Theater für Kinder die turbulenten Geschehnisse, die Pettersson und Findus kurz vor Weihnachten widerfahren. Im März ist dieses Ensemble erneut zu Gast mit „Oh, wie schön ist Panama“. Wie der kleine Bär und der kleine Tiger auf die Idee kommen, sich auf die Reise nach Panama zu begeben, und welche Abenteuer sie dort erwarten, bringen die Schauspielerinnen und Schauspieler am 3. März auf die Bühne.

Alle weiteren Informationen zu den Konzerten, Stücken und Tickets finden sich unter www.gunzenhausen.info.

Passende Termine

Schlagworte:

Ähnliche Artikel: