Vorhang auf!

Der Fliegende Holländer im Waschsalon

Die Nürnberger Pocket Opera Company geht mit „Wash House Thunderbolt“ in die 13. Saison

veröffentlicht am 08.11.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter

Szenenbild „Wash House Adventure“, Pocket Opera Company

Szenenbild „Wash House Adventure“, Pocket Opera Company, Foto © Herbert Liedel

Wagners „Fliegender Holländer“ geht, unter dem Titel „Wash House Thunderbolt“, als speziell bearbeitete Kurzvariante der Pocket Opera Company (POC) in seine 13. Saison. Gegründet hatte Peter Beat Wyrsch das Theaterformat 1974. Bis heute gilt die POC als ältestes, freies und mobiles Theater mit Sitz in Nürnberg. Seit 2007 leitet Franz Killer, selbst Dirigent und Leiter verschiedener Ensembles, das Theater künstlerisch und musikalisch.

Vieles zeigt sich da anders, als gewohnte Opernaufführungen es erwarten lassen. Die POC verlagert die Inszenierung in einen Nürnberger Waschsalon, genauer den SB-Waschsalon in der Schweppermannstraße 27/Ecke Pilotystraße, der dann auch zu Bühnenraum und Kulisse avanciert. Die Wahl ungewöhnlicher Spielorte gehört zum Charakteristikum des Theaterformats.

„Eigentlich“, so Franz Killer, „waren 2012 nur sechs Vorstellungen geplant gewesen, aber die große Nachfrage ließ uns diese besondere Opern-Produktion immer wieder aufnehmen und in den Folgejahren erneut zeigen.“ Bis heute sei das Interesse an dieser Produktion ungebrochen. Mit einem derartigen Erfolg, sagt Killer, habe man nicht gerechnet, umso mehr freue ihn das. Seit der Premiere, damals unter dem Titel „Wash House Adventure“, seien auch die Mitwirkenden, ein Saxophonquartett sowie Gertrud Demmler-Schwab (Sopran) und Robert Eller (Bariton), nahezu unverändert an Bord geblieben. „Wir schreiben damit“, sagt er, „eine unerwartete Erfolgsgeschichte.“ Ans Aufhören, ergänzt er, habe man immer wieder gedacht, aber die ausverkauften Vorstellungen sowie die anhaltende Nachfrage hätten in den Folgejahren neben neuen Produktionen immer wieder zur Wiederaufnahme geführt. Termine: 19. bis 21. November und 26. bis 28. November, jeweils 20 Uhr.

Wer noch mehr von der Pocket Opera Company sehen möchte, hat vom 9. bis 11. Oktober in der Nürnberger „HALLE für ALLE“, die Möglichkeit dazu. Umringt von 12 Saxophonen und einem Schlagzeug, bietet sich dem Publikum unter dem Motto „L’Art pour L’Art“ ein wild fantastischer Mix aus Musik und Literatur, zwischen scheinbar unüberwindbaren Gegensätzen musikalischer Stile. Es singen Gertrud Demmler-Schwab und Robert Eller, unterstützt von dem Schauspieler Frank Strobelt.

Am 24. Oktober, 20 Uhr, geht die POC auf Reisen und präsentiert mit ihrem Programm „Sax on the Beach“ in der Stadthalle Windsbach einen ultimativen Operncocktail. Konzept, musikalische Bearbeitung und Leitung stammen von Franz Killer.

Weitere Informationen gibt es unter www.pocket-opera.de.

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