Jazzbois – „Around the world“ (UP Music)
Groovender Kurztrip zwischen Jazz, Hip-Hop und psychedelic fog
veröffentlicht am 22.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von
Jazzbois gehen auf Weltreise und vergessen praktischerweise, den Reiseführer einzupacken. „Around The World“ ist kein musikalischer Globetrott mit Souvenirshop und „ethnischen“ Klanghölzern, sondern ein ziemlich lässiger Trip durch Jazz, Hip-Hop, Beats und psychedelischen Nebel. Das Budapester Trio baut seine Tracks aus Bass, Drums, Keys und Samples – warm, knarzig, federnd. Dazu steigen MCs aus verschiedenen Ecken des Planeten ins Raumschiff. Türen auf, Beat an, Gehirn bitte anschnallen. Das Schöne: Nichts klingt nach „Schaut mal, wir sind international!“. Die Gäste werden nicht auf eine musikalische Weltkarte gepinnt, sondern einfach in den Jazzbois-Kosmos geschubst. Verbz, Franky Bones, Capriisun, CLBRKS und Konsorten bringen ihre eigenen Stimmen und Rhythmen mit, während das Trio stoisch weitergroovt, als wäre Weltraumverkehr in der Budapester Berufsmobilität völlig normal.
Dabei sind Jazzbois keine Band, die ständig beweisen muss, wie jazzig sie ist. Sie lassen Bass und Schlagzeug wackeln, die Keys glitzern und die Samples gelegentlich aussehen wie Fragezeichen. Tracks wie „Try Again“, „Taladega Knights“ oder „Megadope“ haben diesen wunderbaren Headnod-Faktor: Der Kopf nickt, bevor der Verstand überhaupt seine Genehmigung erteilt hat. Mit zwölf Songs und rund 33 Minuten bleibt die Reise angenehm kurz. Kein musikalischer Langstreckenflug ohne Beinfreiheit, sondern eher ein schneller Trip mit Zwischenlandungen auf Planeten, deren Namen man vergessen hat, aber deren Snacks ausgezeichnet waren. Around The World zeigt Jazzbois in ziemlich guter Form: kosmopolitisch, verspielt, leicht verstrahlt und vor allem groovy. Eine Platte für offene Fenster, offene Ohren und offene Grenzen. Ideal in der 500er Limited Edition Vinyl.