Szene

Goodbye, Highfield!

Der letzte Tanz am Störmthaler See

veröffentlicht am 22.08.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Andreas Bär

Die Dropkick Murphys baten zu einem der letzten Tänze am Störmthaler See - und wie!

Die Dropkick Murphys baten zu einem der letzten Tänze am Störmthaler See - und wie!, Foto © Andi Bär

Ob Arnim Teutoburg-Weiß dachte, dass er und seine Beatsteaks irgendwann den letzten Schlüssel beim Highfield Festival umdrehen und eine Legende beerdigen?

1998 erstmals am namensgebenden Stausee Hohenfelden bei Erfurt über die Bühne gegangen, entwickelte sich das Highfield Festival zu einem der renommiertesten im Osten Deutschlands. Als die Lage am Stausee aufgrund diverser Unwägbarkeiten nicht mehr haltbar war, hievten die Veranstalter FKP Scorpio und Semmel Concerts die Location in die sächsische Richtung und hatten seit 2010 am Störmthaler See vor den Toren Leipzigs ein neues Venue. Die Gäste strömten zahlreich, ob vor oder auf der Bühne tummelten sich prominente Gesichter.

Auch beim vorerst letzten Festival, die Veranstalter erklärten kurz vor Veranstaltungsbeginn, dass zumindest 2027 kein Highfield Festival stattfinden wird, war das nicht anders. Neben den Beatsteaks sagten sich unzählige deutsche Bands – von aufstrebenden über etablierte bis längst Kultstatus genießende – an. Und das Publikum war ebenfalls wieder zahlreich vertreten, auch wenn die Location gefühlt nicht so gut gefüllt war wie in früheren Jahren noch. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, im Gegenteil: Ob bei zarten Indie-Klängen von Zartmann, 01099 und Co., bei harten Riffs, an vorderster Front Kraftklub und das internationale Highlight Dropkick Murphys oder rappend feiernden Zeitgenossen – die Menge tobte auch bei über 40 Grad Außentemperatur. Perfekt war da auch die Neuanordnung der Bühnen, die kleinere der beiden Hauptbühnen stand vis-à-vis der Mainstage: Klangbrei wie in den letzten Jahren, als die Bands zeitweise noch überlappend auf den beiden Stages performten, gab es daher keinen mehr. Auch, da die Gigs dieses Mal hintereinander über die Bühne gingen.

Wie es weitergeht mit dem Highfield Festival, einem der letzten Rockfestivals in Mitteldeutschland? Die Spekulationen schießen aus dem Boden. Die populärste Version ist die einer Rückkehr an den Stausee Hohenfelden. Die thüringische Politik-Szene befürwortet das lautstark. Und auch viele Highfield-Fans würde dem sehr positiv gegenüberstehen. Zwar würde das Gästekontigent merklich eingedämpft, doch die familiäre Atmosphäre in Erfurt ist bis heute bei einem Festival dieser Größe die Ausnahme geblieben. Bis zu einer Entscheidung, ob, wie und wo es weitergeht, bleibt nur eines zu sagen: Danke, Highfield! Für fast 30 Jahre Kult, für unzählige internationale und noch wesentlich mehr nationale Granden des Musikzirkus. Und für viele unvergessliche Erlebnisse!

Passende Termine

Ähnliche Artikel: