Ausstellungen

Meisterwerke aus Kyjiw in Aschaffenburg

Das Christian Schad Museum zeigt zentrale Werke der Khanenko-Sammlung vom 15. bis 19. Jahrhundert

veröffentlicht am 25.07.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Werkstatt des Hieronymus Bosch (um 1450–1516), Die Versuchung des heiligen Antonius, Triptychon, um 1520–1550, Öl auf Leinwand auf Holz übertragen, linker Flügel, 92 × 37,5 cm, (Ausschnitt)

Werkstatt des Hieronymus Bosch (um 1450–1516), Die Versuchung des heiligen Antonius, Triptychon, um 1520–1550, Öl auf Leinwand auf Holz übertragen, linker Flügel, 92 × 37,5 cm, (Ausschnitt), Foto © Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum in Kyjiw

Mit der Ausstellung „A European Collection“ präsentiert das Christian Schad Museum in Aschaffenburg bis zum 10. Februar 2027 eine Auswahl von 73 Gemälden aus dem Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum in Kyjiw. Die Werke, die erstmals in Deutschland in dieser Zusammenstellung zu sehen sind, stammen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert und geben einen konzentrierten Überblick über zentrale Entwicklungen der europäischen Malerei. Die Präsentation folgt der historisch gewachsenen, didaktisch geprägten Ordnung der Sammlung und macht stilistische wie regionale Zusammenhänge nachvollziehbar.

Zu den vertretenen Kunstschaffenden zählen unter anderem Peter Paul Rubens, Bernardo Bellotto, Pieter Brueghel d. J. und Jacob Jordaens sowie Arbeiten aus den Werkstätten von Hieronymus Bosch und Rembrandt. Ergänzt wird das Ensemble durch Werke italienischer, französischer und spanischer Malerei, die die Breite der Sammlung unterstreichen. Innerhalb der Ausstellung sind die Arbeiten nach europäischen Kunstlandschaften gegliedert und folgen einer chronologischen Struktur, die Entwicklungen über mehrere Jahrhunderte hinweg sichtbar macht.

Ein Schwerpunkt liegt auf der italienischen Malerei, die mit mehr als 30 Exponaten vertreten ist und einen Bogen von der Frührenaissance bis ins 18. Jahrhundert spannt. Weitere Sektionen widmen sich den Niederlanden und Flandern sowie Frankreich und Spanien, wobei insbesondere Werke des 15. bis 17. Jahrhunderts hervorgehoben werden. Auf rund 450 Quadratmetern entfaltet sich so ein strukturierter Überblick über die wichtigsten europäischen Kunstschulen. Ergänzend wird die Gliederung der historischen Sammlung beibehalten, wodurch sich die ursprüngliche Ordnung der Werke auch im Ausstellungsraum widerspiegelt.

Im Zentrum der Ausstellung steht Antonio Canovas klassizistische Skulptur „La Pace“ von 1815. Ergänzt wird die historische Präsentation durch eine Arbeit der ukrainischen Künstlerin Maria Kulikovska aus der Serie „Shot Figures“, die als zeitgenössische Position in die Ausstellung integriert ist. Die Schau ist Teil einer internationalen Kooperation, in deren Rahmen ausgewählte Werke der Sammlung bereits an verschiedenen europäischen Orten gezeigt wurden. Das Khanenko-Museum, gegründet 1919 und mit rund 25.000 Objekten eine der bedeutendsten Sammlungen der Ukraine, ist derzeit nicht öffentlich zugänglich und setzt seine Arbeit unter veränderten Bedingungen fort.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Februar 2027 im Christian Schad Museum in Aschaffenburg zu sehen. Weitere Informationen unter www.museen-aschaffenburg.de.

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