Vorhang auf!

Schauspiel in Hülle und Fülle

Die neuen Spielpläne der Theater sind vielfältig und einladend

veröffentlicht am 24.08.2026 | Lesezeit: ca. 11 Min. | von Elke Walter

„Nora oder Ein Puppenheim“ ist am Stadttheater Fürth zu sehen

„Nora oder Ein Puppenheim“ ist am Stadttheater Fürth zu sehen, Foto © Meltem Balkaya

Das Theater Altenburg Gera bespielt mehrere Spielstätten, zwei in Gera, eine weitere in Altenburg. Mut machen möchte die Schauspielsparte des Hauses mit ihren Stücken für die kommende Spielzeit. „Wir begegnen handelnden Figuren, die sich darauf einlassen und sich vornehmen, pur und mit Enthusiasmus an diese Herausforderungen heranzugehen, um sie zu lösen“, heißt es im Programmheft. Los geht es am 12. September zunächst in Altenburg mit der Theatergroteske „Yvonne, die Burgunderprinzessin“, einer Verbindung aus Schauspiel und Puppenspiel. In Gera folgt am 18. September die Uraufführung eines interaktiven Schauspiels von Dr. Sophie Oldenstein, Dramaturgin am Haus. „Mytopia: Auferstanden aus Ruinen“. Mit „Und täglich grünt der Tannenbaum“ bringt das Theater Manuel Ostwalds Weihnachtskomödie zur Uraufführung. Premiere ist am 28. November. „Kein Platz an der Sonne“ feiert am 18. April in Altenburg seine Uraufführung. Das Theater bietet mit seiner Stückeauswahl unterhaltsames, anspruchsvolles Theater, mehr auf der Website des Hauses.

Das Stadttheater Amberg bietet in der neuen Spielzeit sechs hochkarätige Stücke, darunter traditionelle Stücke wie „Faust“ (5. März), aber auch neuere Stoffe wie „Im Westen nichts Neues“ (13. Januar) oder „Der Club der toten Dichter“ (17. Dezember). Eröffnet wird die Schauspiel-Saison am 2. Oktober mit „Altes Land“ nach Dörte Hansen.

Am Theater Ansbach stellen sich die Weichen völlig neu, mit einer Ersatzspielstätte, die wegen der geforderten Sanierung des Großen Hauses notwendig geworden war, und Bartholomäus Pakulski als neuem künstlerischen Leiter. Ein Spielzeitprogramm gibt es schon, es ist allerdings noch nicht veröffentlicht worden. Aber Pakulski verspricht ein interessantes und unterhaltsames Angebot mit Tiefgang.

Intendant John von Düffel geht in seine zweite Spielzeit am Bamberger ETA Hoffmann-Theater und hat wieder einiges zu bieten. Los geht es am 18. September mit „Borkman“ nach dem Meisterdramatiker Henrik Ibsen. „Große Geister“ verspricht die „ETA Show“ ab 16. Oktober. Konzept und Text sind von Daniel Seniuk und John von Düffel. In der Deutschsprachigen Erstaufführung (DEA) von Lauren Gundersons „The Revolutionists“ geht es in das Paris von 1793 und um die Gleichberechtigung der Geschlechter (11. März 2027). Eine weitere DEA kommt mit „Der Code“ von Michael McKeever nach Bamberg (12. März). Auch eine Erstaufführung haben die Bamberger im Angebot: Lea Mantels „Kleist, Ulrike von“ (UA am 9. Januar 2027).

Das Landestheater Coburg hat mit Frank Behnke zwar für die beiden Interimsjahre erst kurzfristig einen neuen Schauspieldirektor benannt, der Spielplan 2026/27 war aber bereits fertiggestellt gewesen. Verschiedene Spielorte werden bespielt. Hauptsächlich steht die Ersatzspielstätte GLOBE zur Verfügung, etwa mit Stücken wie „Kasimir und Karoline“ (3. Oktober), „Biedermann und die Brandstifter“ (27. Februar 2027) oder auch „Der Liebling“ (ab 17. April 2027). Alternativ wählt das Theater etwa Spielorte wie das Landgericht Coburg für „Prima Facie“ (Februar 2027), die Hofkirche der Ehrenburg für „Elisabeth“ (ab 22. Mai 2027) sowie auch die Innenhöfe der Veste Coburg für „Royals“ (29. Mai 2027).

Das Landestheater Dinkelsbühl präsentiert ab 10. Oktober sein Winterprogramm. Zu sehen sind unter anderem Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ (24. Oktober) oder auch „Der Autor und sein Prinz“ von Jasmin Meindl und Christian Muggenthaler (5. Februar 2027), nach Antoine de Saint-Exupéry.

Die neue Schauspielleiterin des Landestheaters Eisenach heißt Anna Magdalena Fitzi. „Was kostet die Wahrheit?“ ist die Frage, die im Zentrum der kommenden Spielzeit stehen soll. Im Spielplan stehen unter anderem Stücke wie „Molière – Der eingebildete Tote“ von Nona Fernàndez (28. November) oder auch Henrik Ibsens „Der Volksfeind“ (13. Februar 2027). Ab dem 3. Juli 2027 steht Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ auf dem Programm.

Zum Beginn der Spielzeit präsentiert das schauspiel erlangen im Großen Haus „Open Call: Oklahoma!“ von Thomas Schweigen, nach dem Fragment „Naturtheater“ von Franz Kafka (2. Oktober). Zu erwarten ist ein hintergründig humorvolles Spiel mit verschiedenen Bedeutungsebenen. Am 23. Januar 2027 folgt ein bitterböses Familiendrama, das drei Geschwister nach dem Tod des Vaters zurück auf ein Anwesen in den USA führt. Beim Ordnen des Nachlasses entdecken sie schockierende Relikte und Fotos aus der Vergangenheit, ein moralisches Minenfeld. „Was sich gehört“ heißt das Stück des Pulitzer-Preisträgers Branden Jacobs-Jenkins. Die Klimakatastrophenkomödie „Planet B“ von Yael Ronen und Itai Reicher folgt am 13. Mai 2027 ebenfalls im Großen Haus. Ein Klassiker folgt am 19. Juni 2027. Bettina Bruinier inszeniert Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame oder KILL ILL!“ als Open Air im Theaterhof.

„Zuversicht zuMUTen“ ist das Leitmotto des kommenden Spielplans am Stadttheater Fürth. Mit einer Romanadaption nach dem Bestseller „Alte Sorten“ des Nürnberger Autors Ewald Arenz. Zu erleben ist ein eindringliches Kammerspiel über Flucht, Stille und die heilende Kraft der Natur. Premiere ist am 25. September. Im neuen Jahr (2. April 2027) kommt Henrik Ibsens „Nora oder Ein Puppenheim“, ein zentrales Werk der Frauenemanzipation, auf die Bühne im Stadttheater, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Die Stadt Gunzenhausen hat selbst kein eigenes Theater, holt aber, inzwischen bereits seit 50 Jahren, Gastproduktionen in die Stadthalle. Vier Schauspielproduktionen stehen in der Saison 2026/27 auf dem Plan. Los geht es am 17. Oktober mit „Hausmeister Krause – Du lebst nur zweimal“, einem verrückten Schwank von Tom Gerhardt und Franz Krause. Das Schauspiel „Der Club der toten Dichter“, nach dem gleichnamigen Film von Touchstone Pictures, folgt am 13. Dezember. Alistair Beaton und Dietmar Jacobs sind die Autoren des satirischen Theaterstückes „PUTSCH – Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“, das am 25. April 2027 in der Stadthalle zu sehen ist. Das Schauspiel-Quartett endet am 9. Mai 2027 mit der Komödie „Kalter weißer Mann“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob.

Das Theater Hof bringt in der kommenden Spielzeit einige Stücke als Hofer Erstaufführungen auf die Bühne. Darunter sind Stücke wie etwa das Monologstück „Prima Facie“, bei dem das Theater in den Großen Sitzungssaal im Hofer Rathaus umzieht (25. September), das Theaterexperiment „Weisses Kaninchen, rotes Kaninchen“ von Nassim Soleimanpour (25. Oktober) oder auch ein Schauspiel von Sarah Amanda Dulgeris mit dem Titel „Beretta Kaliber 22“ (4. Dezember). Hof hat aber noch weit mehr interessante Produktionen zu bieten, darunter auch „Das große Welttheater“ von Pedro Calderón de La’Barca“. Das Stück gilt als seltenes, geistreiches und berührendes Werk von zeitloser Aktualität, eine Einladung, die eigene Rolle im Spiel des Lebens neu zu betrachten (22. Mai 2027).

Die Unterfränkische Landesbühne, bekannt als Theater Schloss Maßbach, bedient im Sommer eine Freilichtbühne, über die kalte Jahreszeit das etwa kleinere, sogenannte Intime Theater. Am 25. September hat dort Penelope Skinners Schauspiel „Die Trümmer der Zivilisation“, ein Drama über menschliche Ängste und Sehnsüchte in einer bedrohten Gesellschaft, Premiere. Klug und erschütternd gleichermaßen.

Das Staatstheater Meiningen präsentiert Klassiker, wie etwa „Mephisto“ von Klaus Mann (2. Oktober), aber auch neuere Werke. Unter anderem das „Lied der Nibelungen“ (27. November), ein Schauspiel von Roland Schimmelpfennig oder als Auftragswerk und regionales Zeitzeugenprojekt „Unter Hammer und Sichel“. Das Stück stammt aus der Feder von Ronny Jakubaschk, der die Uraufführung (15. Januar 2027) auch inszenieren wird, und Lothar Kittstein. Erfolgreiche Produktionen früherer Spielzeiten nimmt das Theater wieder auf.

Mit der neuen Saison geht Schauspieldirektorin Lene Grösch am Staatstheater Nürnberg in ihre zweite Spielzeit. Los geht es am 26. September mit Franz Kafkas „Der Prozess“, einem Bühnenklassiker. Das Theater vergibt immer wieder auch Auftragswerke, etwa an Philipp Löhle, der viele Jahre selbst Hausautor am Staatstheater Nürnberg war und jetzt mit der Sportkomödie „Die Erfindung der Schuhe“ in die Region eintaucht (22. Oktober). „Jenny mit den Eisenzähnen“, ein Auftragswerk an A. L. Kennedy, in der Übersetzung von Ingo Herzke, feiert am 12. Februar 2027 seine Uraufführung. Ein Werk, das immer gut ankommt, ist Nikolai Gogols „Der Revisor“, das am 10. April 2027 Premiere hat.

Das Staatstheater Regensburg, das erst im Mai 2026 zum Staatstheater ernannt wurde, steht in der kommenden Spielzeit unter dem Motto „Freiheiten“. Seit dieser Spielzeit ist Barbara Bily für die Sparte Schauspiel verantwortlich. Als Regensburger Erstaufführung steht „Die Ehe der Maria Braun“ nach einer Vorlage von Rainer Werner Fassbinder auf dem Programm (25. September). Gleich am 9. Oktober folgt das Schauspiel „Der geteilte Himmel“ nach dem Roman von Christa Wolf. Aber nicht nur Regensburger Erstaufführungen hat das Haus zu bieten, sondern mit Svenja Viola Bungartens Horror-Komödie „Bad Women With Long Hair“ auch eine Uraufführung im Angebot (18. Dezember). Am 9. April 2027 folgt eine weitere Uraufführung. „Am Sonnenweg“ heißt das Stück von Anika Henrich.

Das Rosenthal Theater Selb holt regelmäßig Gastspiele bekannter Bühnen nach Selb. So ist das Theater Hof mit mehreren Stücken zu Gast. Darunter sind etwa Tschechows „Die Möwe“ (8. Oktober) oder auch „Sherlock Holmes – Der Fall Moriarty“ (21. Januar 2027). Am 23. April 2027 kommt das Altstadttheater Ingolstadt mit Christina Ketterings „Schwarze Schwäne“ nach Selb.

Eine reiche Auswahl an Sprechtheater finden Interessierte auch am Deutschen Nationaltheater Weimar. Klassiker, wie etwa Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ (3. Oktober), Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ (4. November) oder auch „Die Projektoren“, eine Odyssee durch das vergangene Jahrhundert, nach dem gleichnamigen Roman von Clemens Meyer. Am 21. April 2027 feiert das Stück seine Uraufführung.

Gespannt darf man auf das neue Programm des Mainfranken Theater Würzburg sein. Hier gibt es einen neuen Intendanten, Dr. Daniel Morgenroth, sowie mit Ingo Putz einen neuen Schauspieldirektor. Schon gleich die erste Schauspielproduktion (10. Oktober) ist gleichzeitig eine Uraufführung. Putz hat den Roman „Von drei Millionen drei“ des Würzburger Autors Leonhard Frank in eine Bühnenfassung für das Kleine Haus gebracht und übernimmt auch die Inszenierung. Mit „Der Sturm“ kommt am 13. März 2027 ein poetisches Märchen von William Shakespeare in die Ersatzspielstätte Theaterfabrik Blaue Halle.

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