Vorhang auf!

Ein zeitloser Klassiker auf Reisen

Nicolai Tegelers „Jedermann“ verbindet Schauspiel, Geschichte und große Emotionen an besonderen Aufführungsorten

veröffentlicht am 08.08.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter

Julian Weigend als Jedermann und Marie Zielcke als Guter Gesell (Beelitz 2022)

Julian Weigend als Jedermann und Marie Zielcke als Guter Gesell (Beelitz 2022), Foto © Carsten Böttinger

„Jedermann“ ist ein bekanntes Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal (1874 bis 1929) und unweigerlich mit den Salzburger Festspielen verbunden. Sehen kann man den Klassiker des österreichischen Schriftstellers, Dramatikers und Mitbegründers der Salzburger Festspiele, aber auch anderswo, etwa in Weimar, Bayreuth oder auch Coburg.

Nicolai Tegeler, Schauspieler und Regisseur, hatte das Stück zusammen mit Sabine Crippa im Herbst 2022 als Jedermann-Open Air in Beelitz zur Landesgartenschau produziert und auch Regie geführt. Das Stück hatte ihn, sagt er, seit seinem ersten Kontakt in einer Jedermann-Kinder-Produktion unter der legendären Brigitte Grothum im Berliner Dom nicht mehr losgelassen.

Nach Beelitz folgten Aufführungen an zahlreichen anderen Orten. Die Resonanz war durchgehend positiv. Prominente Namen finden sich im Ensemble, wobei die Besetzung variieren kann, darunter etwa Julian Weigend, Erol Sander, Ralph Morgenstern, Susanne Bormann, Nadine Basewitz oder auch Michaela Schaffrath.

„Jedermann“, erzählt die allegorische Geschichte eines reichen, egoistischen Mannes, der unerwartet vom Tod, mitten heraus aus einem rauschenden Fest, vor den Richterstuhl Gottes gerufen wird. Jedermann muss nach und nach erkennen, dass er Feierlaune und Geld nicht ins Jenseits mitnehmen kann. Reue und Glauben kommen ins Spiel. Uraufgeführt wurde dieser Theaterklassiker 1911 in Berlin unter der Regie von Max Reinhardt und erlebt seither eine große Erfolgsgeschichte. Aber Hofmannsthals Werk steht natürlich nicht nur für den reichen Mann, sondern steht sinnbildlich für „jeden Menschen“ und setzt sich mit dem Gedanken auseinander, dass angesichts des Todes Reichtum und irdische Güter wertlos sind.

Am 4. August 2026 startet die diesjährige Jedermann-Theater-Tour in Bremen auf der Seebühne. Danach geht es weiter nach Weimar. Dort sind vom 12. bis 16. August mehrere Aufführungen, Beginn 20 Uhr, geplant. Gespielt wird auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Am 15. August gibt es zusätzlich eine weitere Vorstellung um 16 Uhr.

Der Coburger Schlossplatz wird am 29. August, 20 Uhr, zum Spielort für die „Jedermann“-Inszenierung. In städtischem Ambiente, nahe dem Landestheater Coburg, das gerade saniert wird, ist ein anrührendes Theatererlebnis zu erwarten.

Nach einer Zwischenstation in Dresden (30. Oktober bis 1. November) führt die Jedermann-Reise vom 5. bis 7. November nach Bayreuth in den Großen Saal im neu gestalteten Friedrichsforum. Der Premierenabend beginnt um 19.30 Uhr, die beiden folgenden Abende beginnen um 19 Uhr.

Weitere Informationen zum „Jedermann“ gibt es unter www.jedermann-theater.de.

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