Termine
Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und werden von zwei Männern festgenommen. Wofür Sie angeklagt sind? Unklar. Sie suchen Zugang zum Gericht, wollen sich verteidigen und einen regulären Prozess erhalten – doch alles bleibt Ihnen verwehrt. Aussagen, Unterlagen, Orte und Menschen widersprechen sich, bleiben diffus und undurchschaubar.
Was wie ein grotesker Albtraum klingt, beschreibt Franz Kafka 1915 in seinem unvollendeten Roman Der Prozess: Josef K. gerät in die Mühlen eines undurchsichtigen Gerichts, dessen Regeln und Logik sich ihm entziehen. Geht es um die Willkür eines bürokratischen Systems – oder um Schuld, Isolation und die Suche nach Orientierung in einer kalten Welt?
Josef K.s Versuch, sich einem System zu unterwerfen, dessen Logik er nicht verstehen kann, wird zum unmöglichen Drahtseilakt. Jede Begegnung mit der Außenwelt wird dabei zugleich zu einer unberechenbaren Begegnung mit sich selbst.