Kunst unter freiem Blick
Künstlerinnen der GEDOK Franken arbeiten im Glashaus Roth eine Woche öffentlich
veröffentlicht am 28.08.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer
Eine Woche lang wird das Glashaus in Roth zur offenen Werkstatt: Vom 4. bis 11. September 2026 arbeiten Künstlerinnen der GEDOK Franken vor Ort – und lassen sich dabei über die Schulter schauen. Was auf den ersten Blick wie eine bloße Werkschau anmutet, ist tatsächlich Ausdruck eines Selbstverständnisses, das die GEDOK seit ihrer Gründung prägt: Kunst entsteht nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Austausch.
Die GEDOK, die „Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“, ist seit 1926 das größte deutsche Netzwerk für Künstlerinnen. Gegründet wurde sie von der Mäzenatin Ida Dehmel, deren Biografie bis heute an die Geschichte des Netzwerks erinnert: 1942 entzog sie sich einer drohenden Deportation und Ermordung durch die Nationalsozialisten durch Suizid. Die Aufnahme als Künstlerin erfolgt bis heute über ein Jurierungsverfahren, während die Mitgliedschaft als Kunstfördernde allen offensteht, die das Netzwerk aktiv oder finanziell unterstützen möchten.
Die fränkischen Künstlerinnen der GEDOK nutzen ihre gemeinsame Arbeitswoche seit Jahren, um über Gattungsgrenzen hinweg zu arbeiten: Es wird gemalt, mit Glas gearbeitet, es entstehen Objekte aus Ton und Holz. Wer aus welcher Region Frankens auch kommt – die Woche dient dem Netzwerken ebenso wie dem konzentrierten Schaffen.
Im Anschluss, vom 13. bis 27. September, zeigt eine Ausstellung im Glashaus die entstandenen Arbeiten. Die Vernissage am 13. September wird musikalisch von Hilde Pohl am Piano begleitet, die Finissage findet am 27. September um 16 Uhr statt. Geöffnet ist die Schau samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr, Münchener Straße 45 in Roth.
Dass sich Werkprozess und Werkpräsentation hier so unmittelbar verschränken, macht den eigentlichen Reiz des Formats aus: Wer die Ausstellung besucht, kennt womöglich schon die Hände, die die Objekte geformt haben.
Weitere Informationen zur Ausstellung findet man unter www.gedok-franken.de.